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Pressebericht | Towers am Flughafen | Frankfurt | Fischer Stahlbau

Montage in 80 Meter Höhe

FRANKFURT/WEITERSTADT. „Wir verschieben das lieber auf morgen“, funkt Montageleiter Hans Rippel an die beiden Kranführer, die in gut 100 Meter Höhe in ihren Kabinen sitzen. Also Feierabend.

Obermonteur Holger Bühring steigt aus seinem Sicherungsgeschirr, in dem er fast den ganzen Tag in über 60 Meter Höhe unterwegs war. Auf dem Vorfeld des Frankfurter Flughafens, Ekkehart Fischer am Tower der Deutschen Flugsicherung in Frankfurtwo die beiden Mitarbeiter der Weiterstädter Firma Fischer Stahlbau arbeiten, drängt die Zeit.

Der neue Tower der Deutschen Flugsicherung muss pünktlich fertig werden. Für das aufstrebende Stahlbauunternehmen, das demnächst nach Darmstadt umzieht, ist das rund 80 Meter hohe Bauwerk ein Referenzobjekt, wie Firmenchef Ekkehart Fischer erklärt.

Fischer ist in der Szene als Spezialist für komplizierte Aufgaben bekannt. Deshalb arbeiten die Weiterstädter momentan bundesweit auf mehreren Großbaustellen und auch beim benachbarten Airrail-Center mit, wo sie die vorhandene Glaskuppel über dem ICE-Bahnhof dem neuen Gebäude anpassen müssen.

„Das ist wie ein chirurgischer Eingriff“, erklärt Fischer. „Kompliziert, aber machbar.“ Auch am Einkaufszentrum Loop 5 in Weiterstadt haben seine Leute sämtliche Stahl- und Glasarbeiten durchgeführt.

Es sind die Erfahrung der letzten 15 Jahre und die besondere Firmenphilosophie, durch die man innerhalb weniger Jahre zu einem der Großen in der Branche wurde.

Fischer vergibt nicht wie viele andere einen Teil der Arbeiten an Subunternehmer, sondern fertigt alle wichtigen Teile selbst. „Das garantiert optimale Passungen, kritische Schnittstellen gibt es nicht“, erklärt Fischer.

Der Rohbau des neuen Towers ragt wie ein Finger in die Luft, umgeben von Baukränen und Sicherheitsnetzen. Die Baustelle selbst ist eingezäunt und durch eine Schranke vom Flugfeld getrennt. „Verdammt eng, aber es muss irgendwie gehen.“

Mit einem Aufzug geht es hoch zur Spitze des Towers. Ein großes Stahlelement, auf das später die Technikräume gesetzt werden, ist bereits in luftiger Höhe montiert. Das andere, mit Schwertransportern in zwei Teilen angeliefert, wird am Boden zusammengeschweißt. Hier geht Sorgfalt vor Schnelligkeit.

„Bei uns gibt es keinen Jugendwahn“, sagt Fischer. Viele seiner Leute sind 50 Jahre und älter. Ihre Erfahrung am Bau und die Begeisterung für jedes neue Objekt seien durch nichts zu ersetzen.

Oben in 80 Meter Höhe auf dem Tower angekommen, geht es noch über mehrere Holzleitern und enge Durchgänge bis auf die obere Plattform. Der Ausblick bis zum Odenwald ist beeindruckend, der Wind bläst jedoch ziemlich stark. Für alle Fälle ist ein Netz gespannt, damit nichts nach unten fallen kann.

Mitte September müssen Fischers Leute mit dem Tower fertig sein. Dass zwischendurch immer mal wieder ein kurzfristiger Auftrag von Fraport anfällt, ist ein angenehmer Nebeneffekt der Arbeit am Flughafen.

Derweil bereitet Fischer sich auf den Umzug seiner Firma vor. In Weiterstadt ist es zu eng geworden. Das Unternehmen siedelt deshalb demnächst in den Industriepark Schenck in Darmstadt um.

Hans Dieter Erlenbach
11. August 2009

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